Das neue KWKG 2016

Mehr geförderte Stunden, aber weiterhin Schlechterstellung des Direktverbrauchs

Heute wurde vom Bundesrat die Neuregelung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes bestätigt.

Gegegenüber der letzten Fassung des Regierungsentwurfs hat sich das endgültige Gesetz nochmal leicht verändert. Kleine Anlagen bis 50 kW bekommen Förderungen bis 60.000 Vollbenutzungsstunden – derzeit sind es nur die Hälfte und begrenzt auf 10 Jahre, der Regierungsentwurf sah 45.000 kWh vor. Mikro-Anlagen bis 2 kW können sich die Zuschläge auch eimalig als Pauschale auszahlen lassen und erhalten dann 2.400 € pro Kilowatt, gegenüber derzeit 1.623 €.

Anlagenbetreiber, die ihren Strom direkt über eine Kundenanlage oder ein geschlossenes Verteilnetz an Letztverbraucher weitergeben und die volle EEG-Umlage entrichten – also auch Mieterenergieprojekte – bekommen nun ebenfalls Förderungen. Bislang wurden sie nur für die Netzeinspeisung gefördert.

Nicht geändert haben sich die Förderbeträge, die für Netzeinspeisung deutlich höher sind als für Direktnutzung:

Bei Netzeinspeisung erhalten

  • Anlagen bis 50 kW Leistung 8 Cent und
  • Anlagen bis 100 kW 6 Ct pro kWh.

Bei Direktnutzung erhalten

  • Anlagen bis 50 kW Leistung 4 Cent und
  • Anlagen bis 100 kW 3 Cent pro kWh.

Diese beschränkte Förderung lehnt der Bundestrat explizit ab, da so Anreize zur Energieeffizienzsteigerung in der Strom- und Nutzwärmeerzeugung genommen werden: „Vor dem Hintergrund des Ausbaudefizits bei der Stromerzeugung in KWK ist eine Schlechterstellung von eigenerzeugtem und verbrauchtem KWK-Strom nicht nachvollziehbar.“

Die Neuregelung gilt bereits ab 01. Januar 2016 und für alle Anlagen, die bis Ende 2022 in Betrieb genommen werden – außer es sollte vorher eine weitere Neuregelung erfolgen…

 

Zum vollen Gesetzestext des KWKG 2016

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